Auswertung von 127 eigenen Reels aus vier Monaten, gegengelesen mit vier Formaten von anderen Creators, die wir bisher nicht bespielen, plus einer Prüfung, ob das KI-Thema selbst an Zugkraft verliert. Ziel: entscheiden, welche zwei bis drei Formate wir zusätzlich in die Rotation nehmen.
Der Kanal läuft seit April rückwärts. Die Frage ist, wie viel davon an uns liegt und wie viel am Markt. Beides haben wir getrennt geprüft.
| Skip-Rate | Videos | Ø Views |
|---|---|---|
| unter 45 % | 16 | 88.031 |
| 45–50 % | 34 | 55.437 |
| 50–55 % | 30 | 35.997 |
| 55–60 % | 33 | 21.099 |
| über 60 % | 14 | 21.027 |
Der Sprung von der Mittelklasse in die Spitzenklasse ist Faktor 2,4. Jedes Format, das wir neu aufnehmen, wird an genau dieser Zahl gemessen.
Die naheliegendste Erklärung für den Rückgang lautet: KI ist auf Instagram nicht mehr so gefragt wie im Frühjahr. Wir haben sie geprüft, statt sie anzunehmen. Das Ergebnis ist geteilt.
Das öffentliche Interesse an Claude ist messbar zurückgegangen. Wikipedia-Abrufe pro Tag, jeweils Tag 1 bis 26 des Monats, damit Juli fair vergleichbar bleibt:
| Artikel | Feb | April | Juli | Apr → Jul |
|---|---|---|---|---|
| Claude (englisch) | 9.826 | 8.971 | 5.592 | −38 % |
| Claude (deutsch) | 1.693 | 1.541 | 875 | −43 % |
| Anthropic | 21.064 | 12.778 | 6.096 | −52 % |
Ein Sommerloch ist das nicht: Der Wikipedia-Gesamtverkehr ist im selben Zeitraum um 1,3 Prozent gestiegen. Der Rückgang ist echt.
Der Februar-Peak war kein Werkzeug-Hype, sondern ein Nachrichtenzyklus. Der Spitzentag beim Anthropic-Artikel war der 28. Februar mit 113.234 Abrufen, ausgelöst von einer Politik-Story rund um ein Nutzungsverbot in US-Behörden. Leute, die deswegen nachgeschlagen haben, waren nie unsere Zielgruppe. Und das Juli-Niveau liegt immer noch 56 Prozent über Januar.
Der KI-Markt selbst kühlt nicht ab. Im gleichen Zeitraum:
Unsere Watch-Time fiel schon ab Februar, von 17,0 auf 15,3 auf 14,5 Sekunden, also zwei Monate bevor die Reichweite nachgab. Eine sinkende Nachfrage senkt die Ausspielung, aber nicht die Haltezeit derer, die trotzdem schauen. Sinkende Haltezeit vor sinkender Reichweite ist ein Signal von uns, nicht vom Markt.
Sortiert nach gemessener Wirkung, jeweils mit den Videos, die es belegen.
Der erste Satz beginnt mit einem Namen, der nicht unserer ist: „Anthropic hat gerade offiziell…", „OpenAI hat gerade…", „Boris Cherny hat gerade…". Danach sofort, was das für den Zuschauer bedeutet.
Nicht „dieses Tool kann X", sondern „bei dir passiert gerade X, ohne dass du es weißt". Der Zuschauer ist Gegenstand des Videos, nicht das Werkzeug.
„Die drei Dinge, die du als erstes machen solltest, wenn du anfängst." Zielt bewusst auf Leute, die gerade erst wechseln, nicht auf Fortgeschrittene.
Mehrere Tools in einem Video, aber nur mit hartem Beleg pro Eintrag (GitHub-Sterne, Zahlen) und einem Anlass, warum ausgerechnet jetzt.
Gesammelt bei Creators, die damit deutlich über unserem Schnitt liegen. Jeweils mit Einschätzung, was es bei uns kosten und bringen würde.
Eine Person arbeitet im Bild, spricht aber nicht. Oben klebt der ganze Clip über ein Titelbanner. Darüber laufen nacheinander gebrandete Karten, jede zeigt ein fertiges Ergebnis mit Screenshot und zwei Sätzen Erklärung. Musik statt Stimme.



Selfie-Perspektive, Titel im Bild, dann bildschirmfüllend das erzeugte Ergebnis mit dem kompletten Prompt darunter als lesbarer Textblock. Der Zuschauer kann mitschreiben oder pausieren, und genau das erzeugt Speicherungen.



Talking-Head, über dem Kopf drei farbcodierte Karten. Unten im Bild steht die Kategorie. Der Zuschauer sieht in einer Sekunde ein komplettes Urteil und bleibt, um zu prüfen, ob er widerspricht.

Acht Bildkarten statt eines Videos. Cover mit einer Zuspitzung, dann pro Karte ein Anwendungsfall mit fertigem Prompt in einer Terminal-Box zum Abtippen. Durchgehendes Layoutraster, Seitenzahlen, technische Randnotizen als Stilmittel.








Aus der Auswertung der eigenen Videos, nicht abgeschaut.
Die ersten zwei Sekunden zeigen ausschließlich das fertige Ergebnis, erst danach kommt die Erklärung. Also genau umgekehrt zu unserem Standard, bei dem wir zuerst das Problem beschreiben und die Lösung ans Ende stellen.
Warum das naheliegt: Unsere schwächsten Videos verbringen die ersten Sekunden mit Kontext. Die stärksten liefern sofort etwas Sichtbares. Das lässt sich mit jedem Thema kombinieren und kostet keine zusätzliche Produktion, es ist reine Reihenfolge.